Dies & Das

Auf dieser Seite finden Sie interessante Veranstaltungen mit Schweizer Beteiligung / Künstlern

oder: Berichte über aussergewöhnlich engagierte Vereinsmitglieder

Tipps fürs Jahr 2018 

 

Betreff: Schweizer Theaterstück in Braunschweig

Sehr geehrte Frau Luderer, 

Beim Festival Theaterformen wird diesen Juni das Stück eines sehr bekannten Schweizer Regisseurs (mit einer sehr bekannten Schweizer Schauspielerin) gezeigt, und ich möchte Sie und die Mitglieder des Schweizer Vereins dazu herzlich einladen. Es handelt sich um  Mitleid von Milo Rau (mit Ursina Lardi und Consolate Sipérius).

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie im Verein und in Ihrem Bekanntenkreis auf die Aufführungen aufmerksam machen könnten. Für den Fall, dass Sie sie in eine Aussendung aufnehmen können, schicke ich Ihnen im Anhang Informationen zum Stück. Bilder können Sie  hier herunterladen (ein bisschen runterscrollen und auf den Stücktitel klicken).
 
Bitte sagen Sie mir Bescheid, wenn ich irgend etwas für Sie tun kann! Wenn sich eine Gruppe Zuschauer_innen auf Ihre Initiative zusammen tut, begrüße ich sie gerne beim Festival. Wenn es Ihnen recht ist, schicke ich Ihnen per Post ein paar Programmhefte des Festivals, dann können Sie sehen, was sonst noch bei uns läuft. Wir können uns auch gerne einmal auf ein Gespräch treffen.
 
Mit herzlichen Grüßen,

 


MARTINE DENNEWALD                                                

Künstlerische Leiterin

Artistic Director
Festival Theaterformen

 

Staatstheater Braunschweig
Am Theater . 38100 Braunschweig

Fon +49 . 531 . 12 34 482 Fax +49 .  531 . 12 34 491

 

MITLEID. DIE GESCHICHTE DES MASCHINENGEWEHRS
Reise ins Herz der Finsternis der Wohlmeinenden
2015, im Sommer der Migration, rief ein Bild weltweit Entsetzen hervor: Der
dreijährige Ailan Kurdi aus dem syrischen Kobane ertrank auf der Flucht vor den
Milizen des so genannten Islamischen Staates im Mittelmeer und wurde an der
türkischen Küste angespült. Eine Welle der Betroffenheit erfasste Politiker_innen,
Intellektuelle und Facebook-Timelines. Januar 2018, das türkische Militär
beginnt mit deutschen Waffen die syrische Provinz Afrin zu bombardieren. Das
öffentliche Bestürzen bleibt aus.
In Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs erkundet Milo Rau das widersprüchliche
Terrain zwischen westlicher Selbstgerechtigkeit und dem Elend der
Anderen. Ausgehend von Interviews mit NGO-Mitarbeiter_innen, Geistlichen und
Kriegsopfern in Afrika und Europa loten die Schauspielerinnen Ursina Lardi und
Consolate Sipérius die Grenzen der bürgerlichen Moral und des europäischen
Humanismus aus. Kommt es am Ende etwa nur darauf an, wer die Maschinengewehre
hat?
Compassion. The History of the Machine Gun questions the well-meaning European
self in light of the repercussions of colonial injustice. A theatrical dive into the contradictions
of suffering, sympathy and self-righteousness.
Regie Milo Rau Mit Ursina Lardi . Consolate Sipérius Bühne . Kostüm Anton Lukas Video . Sound Marc Stephan Dramaturgie
Florian Borchmeyer Mitarbeit Recherche . Dramaturgie Mirjam Knapp . Stefan Bläske Licht Erich Schneider Produktion
Schaubühne am Lehniner Platz
Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder
SO 10. 06 .17.00 Uhr
MO 11. 06 .19.00 Uhr
STAATSTHEATER KLEINES HAUS
Eintritt VVK 18 Euro . AK 20 Euro
Ermäßigt VVK 9 Euro . AK 10 Euro
Cool-down nach der Vorstellung 10.06.
Einführung 11.06. 18.30 Uhr . Foyer Kleines Haus
Gespräch nach der Vorstellung 11.06. 

Dauer 1h45 . keine Pause
Sprache Deutsch und Französisch mit englischen und deutschen Übertiteln. Weitere Sprachen mit
Übersetzungsbrille
Bus-Shuttle zur Vorstellung ab Hannover 10.06.

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Porträt eines unserer Mitglieder:

Ein Wolfenbütteler therapiert japanische Suchtabhängige

Alle 18 Monate verlässt Bodo Walther sein Wolfenbütteler Zuhause, um in einen Flieger nach Japan zu steigen. Acht Wochen arbeitet er dort dann im Kibo-no-Ie, dem Haus der Hoffnung und Freude, in Osaka, um suchtkranke Männer zu beraten.

Walther ist Diakon und Sozialtherapeut im Ruhestand. Viele Jahre war er unter anderem für das Lukaswerk tätig, das zur Evangelischen Stiftung Neuerkerode gehört und auch Suchtprävention und -beratung anbietet. Dabei hatte der gebürtige Essener eigentlich Schneider gelernt. Doch durch ehrenamtliche Mitarbeit im Abstinenzverband Blaues Kreuz erkannte Walther rasch sein Interesse an Sozialarbeit. „Da, wo Not formuliert wird, ist sie anzugehen. Das wollte ich“, erinnert sich der 74-jährige an die Anfänge. Er wurde Diakon.

1980 frage ihn der damalige Oberlandeskirchenrat, ob er sich nicht vorstellen könne, in Japan ein Projekt weiterzuführen, das eine Deutsche dort aufgebaut hatte – besagtes Kibo-no-Ie eben. Nach einem langen Entscheidungsprozess und der Rücksprache mit seiner Frau sagte Walther schließlich zu. Neun Jahre blieb die Familie in Japan und ging dann der Kinder wegen zurück.

Doch der Kontakt zu den dortigen Kollegen riss nicht ab. „Mich treibt, dass die Arbeit weitergeführt wird, und die japanische Kirche braucht nach wie vor fachliche Begleitung“, so Walther. Zudem engagiert sich der Wolfenbütteler im Arbeitskreis Japan der Landeskirche und in der bundesweit agierenden Diakoniegemeinschaft.

Zwei Jahre lernte er die Sprache in einer Schule – „täglich vier Stunden vor dem eigentlichen Job und ich kann sie immer noch nicht perfekt“. Dabei beschreibt er die Arbeit mit den suchtabhängigen Asiaten als durchaus schwierig: „Man muss schon geschickt fragen, um an des Pudels Kern zu gelangen, denn Japaner haben Angst, ihr Gesicht zu verlieren, wenn sie etwas von sich preisgeben.“

In den neun Jahren seiner Tätigkeit am anderen Ende der Welt, so sagt Walther, habe die Partnerkirche verstehen gelernt, dass Sozialarbeit mit einer Randgruppe eine Aufgabe der Kirche ist – „wenn sie die Aussage von Jesus glaubwürdig zum Ausdruck bringen will“. Allzu oft verstehe sich Kirche nur als Ort der Verkündigung und vernachlässige das diakonische Handeln.

Deswegen, und weil Ruhestand für Walter nicht nur etwas mit Ruhe zu tun hat, will er mindestens noch 5 Jahre alle 18 Monate nach Japan pendeln – das nächste Mal wieder im Herbst.